Wie gesund ist VEGAN wirklich?

“Vegan” ist in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes! In den letzten Jahren ist ein wahrer Boom ausgebrochen: waren früher die Vegetarier die absoluten „Exoten“ und „Alternativen“ muss man sich heutzutage schon fast entschuldigen wenn man „nur Vegetarier“ ist.

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Vegan ist die Devise, NICHTS mehr vom Tier, kein Fleisch, keine Milchprodukte, auch kein Honig von der Biene, wer ganz streng ist, benutzt auch kein Leder für Schuhe und Wolle für Kleidung, keine Kosmetika die Stoffe vom Tier enthält  und trinkt auch keinen Wein, der mit Lab hergestellt wurde.

Grundsätzlich ist die vegane Welle sehr zu begrüßen, ein Umdenken unserer Konsumgesellschaft ist dringend nötig. Produkte aus Massentierhaltung sind nicht mehr tragbar. Der Durchschnittsdeutsche isst ca. 60 kg Fleisch/Wurst pro Jahr und verbraucht über 100 kg an Milchprodukten, je billiger desto besser und mehr. Das ist nicht produzierbar, ohne auf Kosten unserer Tiere zu gehen. Der weltweite Verbrauch ist in den letzten Jahren um das 5-fache gestiegen! „Ohne Fleisch“ können sich viele nicht vorstellen, hier bei uns auf dem Land ist es „normal“ dass täglich ein Fleischgericht auf dem Tisch steht. Dass Milchprodukte ungesund sein könnten,  ist für viele undenkbar. Aber es gibt aus ernährungsphysiologischer Sicht keinen Grund Fleisch/Milchprodukte bzw. überhaupt tierische Eiweiße zu essen.

Aber ist vegan wirklich die gesündere Alternative?

Wie ernährt sich denn der „Durchschnittsveganer“?

Die Nahrungsmittelindustrien richten sich natürlich nach Trends und reagieren mit ihrem Angebot. Inzwischen hat jeder Supermarkt seine Bio- und Veganecke, im Kühlregal liegen die Tofuwürstel neben der Sojasahne, das Tofugeschnetzelte neben dem veganen Käse. Alles ist möglich, für alles gibt es einen Ersatz.

Aber: sind diese industriell stark verarbeiteten veganen Produkte noch natürlich?

Spielt es da noch eine Rolle, ob sie aus Biozutaten hergestellt sind?  Was ist mit den unzähligen Zusatzstoffen wie Aromastoffe, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Stabilisatoren, Zucker die enthalten sind – sollte die Priorität bei unserer Ernährung nicht auch UNSERER Gesundheit dienen?

Und das machen die veganen Ersatzprodukte definitiv nicht. Sie sind – wie der Name schon sagt – „Ersatzprodukte“, aber in keinster Weise gesünder als z.B. Fleisch- oder Milchprodukte und sollten deshalb auch so behandelt werden, d.h. ich kann ab und zu ein Sojaprodukt verwenden, im Sommer Tofuwürstchen auf den Grill legen oder ein vegetarisches Schnitzel essen. Aber dies sollten genauso Ausnahmen sein wie der Fleischverzehr oder das Joghurt zum Frühstück.

Was ist Soja?

Die Sojabohne hat ursprünglich viele wertvolle Bestandteile. Aber so ist sie in den verarbeiteten Sojaprodukten nicht enthalten, sondern sie wird einer starken Denaturierung unterworfen durch moderne Produktionsverfahren. Das sog. „texturierte Sojaprotein“ (TVP) wird durch Erhitzung und hohem Druck in sog. Extrudern durch feine Düsen gedrückt wodurch es eine fleischähnliche Konsistenz annimmt. Dabei gehen die wertvollen Inhaltsstoffe verloren und es können sich toxische Stoffe bilden die gesundheitsschädlich wirken. Auch Hexan wird dabei als Lösungsmittel eingesetzt um das Sojaöl vom Sojaprotein zu lösen (bei Bioprodukten nicht erlaubt). Dies kann schwere Nervenschäden oder Hautirritationen verursachen. Ist das Sojaprodukt aus konventioneller Produktion, stammt es fast nur noch aus genmanipuliertem Anbau.

Wie kann ich gesund vegan essen?

Wenn du vegan leben möchtest, d.h. sämtliche Tierprodukte meiden, ob vom lebenden oder vom toten Tier UND dabei aber auch noch selbst gesund bleiben oder werden möchtest, dann esse VOLLWERTIG VEGAN.

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Denn die bekannten Zusätze in unserer Nahrung die uns auf Dauer krank machen, sind plötzlich in der veganen Ernährungsweise wieder selbstverständlich enthalten wie z.B.:

  • Zucker jeglicher Art
  • Pflanzenmargarine, industriell hergestellte Fette
  • Zusatzstoffe
  • stark verarbeitete Produkte
  • Eiweißkonzentrate

Vegane Vollwertige Alternativen:

– Wie kann ich vegan gesund süßen?

Da Honig als Naturprodukt wegfällt, kann in einer vollwertig-veganen Ernährung mit süßen Früchten (z.B. Bananen) oder eingeweichten Trockenfrüchten (z.B. pürierte Datteln) gesüßt werden.

– Was nehme ich statt Sahne/Milch?

Gekaufte Ersatzprodukte enthalten meistens Zucker (Rohrzucker, Dicksaft) oder Stabilisatoren. Am besten wäre es diese als Musmilch/Nussmilch selbst herzustellen, z.B. auf 200 ml Wasser, 1-2 Eßl. Mandel- oder Cashewmus mixen ODER 20-30 g Nüsse/Mandeln mit 4 Datteln in 200 ml Wasser einweichen (20 Minuten), danach pürieren.

– Butterersatz:

Bei Backrezepten kann Butter oft durch ein gutes kaltgepresstes Öl ersetzt werden, als Streichfett z.B. mit Reiscreme (20 g Naturreis fein mahlen, mit 100 ml Wasser aufkochen lassen und abkühlen).

– für Eier:

1 Ei kann ersetzt werden durch 1 Eßl. Kichererbsenmehl + 2 Eßl. Wasser, ODER 1 Eßl. Johannisbrotkernmehl ODER 1 Eßl. Kaltgepresstes Öl + ½ Eßl. Weinsteinbackpulver + 2-3 Eßl. Wasser ODER 1 Eßl. Kichererbsenmehl + 2 Eßl. Wasser

Der Hauptteil deiner täglichen Nahrung sollte natürlich vitalstoffreich frisch sein, d.h. frische Gemüse, Salate, Früchte, Sprossen, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollgetreide, Pseudogetreide (Quinoa, Buchweizen, Amaranth), naturbelassene Fette + Öle und das alles im besten Fall aus biologischem Anbau. Auch Wildkräuter, Wildfrüchte sind unglaublich nährstoffreich und können deinen Speiseplan jetzt im Frühjahr bereichern. Wenn du so basenreich und abwechslungsreich isst, die säurebildenden Nahrungsmittel weglässt (z.B. Zucker, Koffein etc.), dann leidest du auch keinen Mangel und kannst natürlich und tierfreundlich gesund leben!

♥-lich Alexandra

Toller Buch-TIPP:

„Vegan + Vollwertig geniessen“ von Annette Heimroth/Brigitte Bornschein, Hädecke Verlag