ISOGLUCOSE - der neue Dickmacher?

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Die Schlagzeilen in Internetforen und sozialen Medien überschlagen sich gerade:
„Isoglucose – der Turbokiller“ –
„Ein neuer gefährlicher Zucker aus den USA“ –
„Süß, billig und ungesund“ –
„EU erlaubt gefährlichen Industriezucker“ .

Was hat es mit der Aufregung um Isoglucose auf sich?
Was bedeutet das für dich als Verbraucher?
Und welche Vorteile bringen diese Regelungen – und v.a. für wen?

Seit 01. Oktober 2017 ist die sog. „Zuckerquote“ gefallen und es darf unbegrenzt Zucker produziert werden. Bislang waren Produktion und Verkauf von Zucker in der EU streng kontrolliert, auch für Zuckerrüben galt ein fester Mindestpreis. Zum Schutz der Landwirte war die Einfuhr von Zucker begrenzt, für den Stoff „Isoglucose“ (hauptsächlich produziert in den USA) galt eine Grenze von 5 % vom gesamten Zuckermarkt in der EU. Das hört sich wenig an, entspricht aber auch einer enormen Menge von 700 000 Tonnen! Dieser Zucker ist also nicht neu, sondern war auch jetzt schon in unseren Nahrungsmitteln enthalten. In Zukunft kann diese Summe auf 20 % steigen, das wären dann ca. 3 Millionen Tonnen zusätzlich nur an Isoglucose, die in den Supermarktprodukten verwendet werden dürfen.

Was ist Isoglucose?

Isoglucose – auch bekannt als Maissirup, Fructose-Glucose-Sirup oder High-Fructose-Corn-Sirup (HFCS) wird enzymatisch aus der Stärke von Mais oder auch Weizen hergestellt. Dazu ein paar Informationen aus meinem neuen Buch „Der Nahrungs-WAHN-SINN“, das du hier findest.

Die industrielle Fructose wird  von der Lebensmittelindustrie besonders geliebt und eingesetzt – und zwar meist in Form von Glucose-Fructose-Sirup (der Glucose-Anteil ist hier höher als 50 %) oder Fructose-Glucose-Sirup (hier ist der Fructose-Anteil höher als 50 %) oder er wird als High Fructose Corn Syrup (HFCS) bezeichnet. Er hat eine viel höhere Süßkraft als Saccharose (über 40 % mehr) und ist v.a. billiger in der Herstellung.

In den USA stieg der Verzehr von HFCS in den vergangenen 30 Jahren um mehr als 1000 %! Dadurch ist der Verzehr von null auf 10 Millionen Tonnen gestiegen, zusätzlich zum normalen Zuckerverzehr. Das hatte natürlich Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Menschen, die Übergewichtigkeit stieg rasant (jeder zweite Amerikaner ist zu dick) und auch Diabetes hat sich extrem ausgeweitet.

Zuckeraustauschstoffe

Wenn Produkte mit diesem Zuckeraustauschstoff gesüßt werden, steht oft auf der Packung: „mit weniger Zucker“, „weniger süß“ oder „mit der Süße aus Früchten“ – was eine Verbrauchertäuschung darstellt.

Dieser isolierte Fruchtzucker (der absolut NICHTS mit natürlich enthaltenem Fruchtzucker in frischen Früchten oder Gemüsen zu tun hat, dieser schadet uns natürlich nicht!) wird größtenteils direkt in die Leber transportiert, ohne dass er den Blutzuckerspiegel beeinflusst. Ca. 30 % davon werden im Dünndarm in Glukose verwandelt und diese bewirkt auch einen Blutzuckeranstieg, aber sanfter als normaler Fabrikzucker.

Bei Verzehr von Produkten mit isoliertem Fruchtzucker kann der Dünndarm nur einen Teil davon aufnehmen, der Rest wird in den Dickdarm abgegeben. Die dort ansässigen Bakterien vermehren sich und produzieren gleichzeitig eine Menge Gase und Säuren, die zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen können. Die veränderte Darmflora führt zu weiteren Beschwerden wie Entzündungsprozesse, Pilzinfektionen und es fallen große Mengen an Harnsäure an.

Die Fructose wird in der Leber in Glykogen umgewandelt (wie auch die Glucose), doch der Speicher ist nicht sehr groß. Nimmst du ständig zuviel isolierten Zucker zu dir, ist der Leberspeicher bald voll und er wird umgewandelt in Fett und abgelagert. Im Laufe der Jahre kann dies zu einer Fettleber führen, was gefährlich ist, da eine Organverfettung von außen nicht sichtbar ist. Die isolierte Fructose führt dazu, dass du kein Sättigungsgefühl spürst, weil sie das Hormon Leptin blockiert, das deinem Gehirn signalisiert, wann du satt bist. Du isst also noch mehr vom Produkt, wenn es mit Fructose gesüßt ist.

Was ist Isomaltulose?

Sie klingt so ähnlich und wird oft als „natürlich und gesund“ beworben. Sie wird aus Zuckerrüben produziert und mit Hilfe von Enzymen und Hydrolyse gewonnen, oft auch mit Einsatz von gentechnisch veränderten Mikroorganismen. Der Blutzuckeranstieg ist zwar geringer, ansonsten hat sie aber dieselbe Wirkung wie normaler Haushaltszucker. Da sie weniger süßt, ist man verführt mehr davon zu konsumieren. Das hat mit „natürlich“ nichts mehr zu tun.

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Mit Isoglucose werden hauptsächlich Getränke, Süßwaren, Backwaren und Milchprodukte gesüßt. In besonders süßen Varianten ist der Fructose-Anteil bis zu 90 % und wird z.B. auch gerne in „Light-Produkten“ eingesetzt.

In den USA, Kanada und Mexiko wird Isoglucose überwiegend aus Gen-Mais hergestellt, dieser ist billiger und wächst schneller. Die extreme Zunahme an krankhafter Fettleibigkeit wurde auf den übermäßigen Genuss von Isoglucose zurückgeführt, seitdem sinkt der Verbrauch seit dem Jahr 2000 in den USA. Daraufhin mussten sogar einige der Fabriken schließen. Da ist es natürlich ein kluger Schachzug, wenn jetzt in der EU der Markt geöffnet wird, dann kann der Absatz dieser Firmen wieder gesichert werden.

Wenn TTIPP (das Freihandelsabkommen) realisiert wird, wird der Einfluss von Unternehmen auf politische Entscheidungen noch größer werden.

Auch Hinweise auf Inhaltsstoffe in Lebensmitteln könnten dann auf den Etiketten verschwinden. Es geht hier nicht um unsere Gesundheit, sondern rein um wirtschaftliche Interessen (wie so oft).

Auch Mexico merkt inzwischen die extremen Gesundheitsauswirkungen in Form von Fettleibigkeit, v.a. bei Kindern durch den starken Softdrinkverzehr. Das Land hat daraufhin auf Isoglucose eine Strafsteuer von 20 %  verhängt. Als Folge verklagte der US-Konzern „Corn Products International“ den Staat zu 325 Millionen Dollar auf entgangene Gewinne.

Droht uns das in Deutschland auch, wenn die Politik unsere Gesundheit in den Fokus nimmt?
Oder ist eben genau das der Grund, um die Auswirkungen von Zucker und Isoglucose nicht publik zu machen? Warum steht als Nebenwirkung nicht auf der Packung: „Der Genuss kann zu einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen usw. führen“ ?? Das wäre echter Verbraucherschutz! Dann kann jeder selbst entscheiden, ob er dieses Risiko eingehen will.

Vorteile von Isoglucose:

Du ahnst es schon: Vorteile hat natürlich nur die Industrie, unsere Gesundheit ist ihnen egal. Die Isoglucose  lässt sich fast um die Hälfte billiger herstellen als Zucker und v.a. auch wesentlich schneller und das ganze Jahr. Dadurch kann kostengünstig noch mehr Zucker in den Produkten verarbeitet werden und wir werden noch schneller dick und krank und v.a. abhängiger.

Was bedeutet das für uns Verbraucher?
Eigentlich auch nichts anderes, als bisher auch:
Finger weg von Fabrikzucker! Egal, wie er sich nennt, und für wie gesund er beworben wird!

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Er ist eine Droge und Ursache all unserer ernährungsbedingten Erkrankungen. Er ist ein legaler Suchtstoff.  In meinem Artikel von März findest du  noch weitere Infos über Zucker: https://compassioner.com/allgemein/ernaehrungsblog-droge-zucker-so-wirst-du-ihn-los/?action=like

Durch die Panikmache vor Isoglucose habe ich das Gefühl, dass der übliche Fabrikzucker ein „besseres Image“ bekommt. Denn er ist ja „nicht so schädlich“ wie Isoglucose. Das kann dazu führen, dass wir wieder vermehrt zu üblichem Zucker langen, um die gefährliche Isoglucose zu vermeiden. Lass dich da nicht täuschen, JEDE Fabrikzuckerart schadet deinem Körper und sie haben alle mehr oder weniger dieselbe Wirkung wie Zucker! Die Lösung ist es nicht, nach noch mehr Alternativen zu suchen, noch mehr Chemie aufzuwenden oder von noch weiter her irgendwelche Ersatzsubstanzen einzuführen, sondern zu einer natürlichen Geschmacksempfindung zurückzukommen.

Natürlich essen wir trotzdem alle gerne etwas Süßes und das ist auch weiterhin möglich. Du wirst merken, wenn du alle künstliche Süße weglässt, verlangt dein Körper nicht mehr danach und ein Stück Kuchen oder ein Dessert sind dann wirklich doppelter Genuss. Rezepte für süße selbstgemachte Leckereien findest du in meinem e-book „Süßer Genuss“ , welches du auf meiner Website anfordern kannst.

Ich wünsche dir einen wachen November mit viel Achtsamkeit für dich und deinen Körper
♥-lich Alexandra